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Glossar Stand

Frühwarnung

Die Frühwarnung soll schnell sein, nicht vollständig. Binnen 24 Stunden nach Kenntnis meldet der Hersteller, dass eine Schwachstelle aktiv ausgenutzt wird oder ein schwerwiegender Vorfall vorliegt. Die Details folgen in den nächsten Stufen.

Frühwarnung (Early Warning) ist die erste der drei Meldestufen nach Artikel 14. Sie ist binnen 24 Stunden ab Kenntnis fällig und enthält nur die Grundinformation, dass eine Schwachstelle aktiv ausgenutzt wird oder ein schwerwiegender Sicherheitsvorfall eingetreten ist.

Definition in der Verordnung

Nach Artikel 14 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EU) 2024/2847 übermittelt der Hersteller "unverzüglich und in jedem Fall innerhalb von 24 Stunden", nachdem er Kenntnis erlangt hat, eine Frühwarnung. Bei einer Schwachstelle enthält sie die Angabe, dass sie aktiv ausgenutzt wird, und soweit bekannt die Mitgliedstaaten, in denen das Produkt bereitgestellt wurde. Bei einem schwerwiegenden Vorfall gilt Artikel 14 Absatz 4 Buchstabe a; hier muss die Frühwarnung zusätzlich angeben, ob der Verdacht auf rechtswidrige oder böswillige Handlungen besteht. Die Kommissionsleitlinie C(2026) 5252 spricht in Randnummer 215 von "limited information", die in den folgenden Stufen ergänzt wird.

Was das für Hersteller bedeutet

Auf der Meldeplattform der ENISA verlangt die Frühwarnung sieben Pflichtfelder plus den Erkennungszeitpunkt: Meldungstyp, Titel, Zusammenfassung, Herstellername, betroffene Mitgliedstaaten, Produktname und Produktversion. Eine Freigabeschleife über die Geschäftsführung ist rechtlich nicht nötig und organisatorisch gefährlich, weil die Frist nicht an einer Unterschrift scheitern darf. Die 24-Stunden-Frist und die 72-Stunden-Frist laufen beide ab Kenntnis, nicht nacheinander. Für Kleinst- und Kleinunternehmen nimmt Artikel 64 Absatz 10 das Versäumen der 24-Stunden-Frist von Bußgeldern aus; mittlere Unternehmen haben diese Ausnahme nicht. Die Frühwarnung gilt seit dem 11. September 2026.

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